Kommunale Wärmeplanung Petting, erste Ergebnisse der Bestands- und Potentialanalyse 16.03.2026

Kommunale Wärmeplanung Petting, erste Ergebnisse der Bestands- und Potentialanalyse

 

Das Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel erstellt mit Unterstützung der netCADservice GmbH und unserer Kommunalverwaltung einen kommunalen Wärmeplan für die Gemeinde Petting. Er bildet die Grundlage für die Umsetzung der Wärmewende in unserer Kommune. Start des Projektes war im September 2025, im ersten Halbjahr 2026 soll es abgeschlossen sein.

 

Die Wärmeversorgung ist auch in den Gemeinden Landkreises Traunstein für einen großen Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich, hierzu trägt die Wärmeversorgung der Wohngebäude und der kommunalen Einrichtungen bei. Ab 2024 sind Städte und Gemeinden in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Er soll eine klare Orientierung darüber geben, wie z.B. öffentliche Gebäude und Privathaushalte in Zukunft klimafreundlich mit Wärme versorgt werden können und muss alle 5 Jahre überarbeitet werden. Für die Bürger*innen bedeutet dies vor allem Orientierung und Planungssicherheit. Die Wärmeplanung trifft jedoch keine unmittelbaren Verpflichtungen für einzelne Haushalte, sondern schafft zunächst einen strategischen Rahmen und informiert darüber, welche Art der Wärmeversorgung in unserer Kommune langfristig sinnvoll und wirtschaftlich einsetzbar sein kann.

 

Zunächst wurde durch den Dienstleister die Ist-Situation und Potentiale der Wärmeversorgung vor Ort analysiert. Bestehende Daten wie Art der Heizungsanlage und Gebäudestruktur/Altersklassen aus existierenden Energiekonzepten und anderen Quellen (z.B. aus Daten der Landesämter und der Kommune) wurden hierfür zusammengefasst um anschließend konkrete Umsetzungswege aufzuzeigen.

Anschließend werden im Rahmen der Potentialerhebung Wärmequellen identifiziert und mit vorhandenen Wärmeanlagen und -netzen abgeglichen. Neben der Wärmeerzeugung geht es in diesem Schritt auch um die Ermittlung von Einsparpotentialen. In Zuge des Projekts werden auch wichtige Akteure der Wärmeversorgung kontaktiert.

 

Die Ergebnisse der Bestandsanalyse zeigen, dass im Gemeindegebiet gesamt ca. 26,9 GWh pro Jahr für die Wärmeversorgung benötigt werden. Der Anteil fossiler Energieträger liegt bei etwa 46%. Nachwachsende Energieträger wie Holz mit ca. 35% und moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen mit etwa 8% tragen schon jetzt einen wesentlichen Anteil zur CO2-neutralen Versorgung bei. Ziel der Wärmeplanung ist es, bis 20245 den Anteil fossiler Energieträger und damit den resultierenden CO2-Ausstoß auf 0% zu reduzieren.

 

Ein wichtiges Potential stellt auch die Energieeinsparung dar, wo sich in Petting auch Möglichkeiten für die Zukunft aufzeigen, was sich an der Aufteilung der Altersklassen der Gebäude zeigt. Ca. 77% der Gebäude sind 25 Jahre und älter.

 

 

Im Zuge der Potentialanalyse wird eine erste Einschätzung der Wärmenetzeignung einzelner Gebiete (Cluster) vorgenommen. Dies sagt noch nichts über die tatsächliche Realisierbarkeit von Wärmenetzen aus, die noch von vielen weiteren Faktoren wie Energieerzeuger, Wirtschaftlichkeit, Anschlussquoten usw. beeinflusst wird. Dies wird ggf. erst in weiteren Schritten im Anschluss untersucht. Die kommunale Wärmeplanung bietet für die Gemeinde und für die Bürger hierzu die notwendigen Orientierungshilfen.

 

Im weiteren Verlauf des Projekts werden für jeden dieser Cluster passende Maßnahmenvorschläge erarbeitet und letztlich von der Gemeinde der Kommunale Wärmeplan beschlossen. Für die Verwaltung steht damit ein Planungswerkzeug für zukünftige Betrachtungen zur Verfügung.

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